Allein in der Waldhütte
Als es draußen langsam dunkler wurde, knisterte das Holz im Ofen schon leise vor sich hin. Die kleine Hütte lag mitten im Wald, weit weg von Straßen, Nachbarn und jedem anderen Geräusch, das nicht zu uns gehörte. Nur manchmal strich Wind durch die Bäume und ließ die Äste aneinanderreiben. Dieses leise, raue Flüstern passte zu dem Abend. Alles war warm, ruhig und ein bisschen abgeschieden. Genau deshalb hatten wir diese Hütte für das Wochenende gemietet.
Ich saß mit angezogenen Beinen auf dem schmalen Sofa, in dicken Socken, und beobachtete meinen Freund Leo, wie er an dem kleinen Küchentresen zwei Tassen Tee abstellte. Das Licht kam nur von einer Lampe neben dem Sofa und dem Ofen. Es war weich und goldgelb, machte alles gemütlich und ließ die Hütte noch kleiner wirken, als sie ohnehin schon war.
„Du grinst so komisch“, sagte ich und nahm meine Tasse entgegen.
Leo setzte sich neben mich. „Tu ich das?“
„Ja. So, als hättest du irgendeinen Unsinn vor.“
„Das verletzt mich.“
„Zu Recht.“
Er lachte leise und stieß mit seinem Knie gegen meins. „Vielleicht sehe ich auch nur gern zu, wie du misstrauisch wirst.“
„Ich werde nur misstrauisch, wenn du zu freundlich bist.“
„Dann bin ich also sonst nicht freundlich?“
„Doch. Aber nie so unschuldig.“
Er zog die Brauen hoch. „Unschuldig? Das ist eine Unterstellung.“
Ich schnaubte nur und nahm einen Schluck Tee. Aber ehrlich gesagt hatte ich längst dieses Kribbeln im Bauch, das ich immer bekam, wenn Leo in so einer Stimmung war. Er war dann besonders ruhig, besonders aufmerksam und gleichzeitig so offensichtlich amüsiert, dass ich genau wusste: Irgendetwas kommt noch.
Er ließ sich tiefer ins Sofa sinken und sah mich von der Seite an. „Du hast vorhin behauptet, du wärst heute weniger kitzelig als sonst.“
Ich hätte in dem Moment einfach schweigen sollen.
Stattdessen sagte ich: „Bin ich auch.“
„Das war sehr überzeugend.“
„Ist aber wahr.“
Leo stellte seine Tasse ab. „Wollen wir das testen?“
Ich zog schon automatisch die Füße näher an mich. „Nein.“
„Direkt so panisch?“
„Nicht panisch. Vorsichtig.“
„Klingt ähnlich.“
Ich wollte ihm mit dem Ellbogen gegen die Seite stoßen, aber er fing meinen Arm ab. Nur locker. Trotzdem schnell genug, dass ich sofort lachte, obwohl noch gar nichts passiert war. Das allein war schon peinlich genug.
„Siehst du?“, sagte er ruhig.
„Das zählt nicht.“
„Noch weniger überzeugend.“
Er stellte meine Tasse auf den Tisch, bevor ich etwas dagegen sagen konnte, und rückte näher. Ich merkte an seinem Blick, dass er mich längst gelesen hatte. Genau das machte es schlimmer. Er wusste immer sofort, wann ich bloß frech tat und wann ich innerlich schon halb verloren hatte.
„Leo“, sagte ich warnend.
„Ja?“
„Benimm dich.“
„Kommt drauf an.“
„Worauf?“
„Wie lustig deine Reaktion wird.“
Ich verdrehte die Augen. „Du bist unmöglich.“
„Und du sitzt immer noch hier, statt wegzulaufen.“
Ich hätte aufstehen können. Wirklich. Aber ich tat es nicht. Vielleicht, weil es warm war und gemütlich und weil ich wusste, dass er mich sowieso gleich wieder einfangen würde. Vielleicht auch, weil dieses spielerische Kräftemessen zwischen uns etwas war, das ich jedes Mal gleichzeitig fürchtete und mochte.
„Nur damit das klar ist“, sagte ich und hob einen Finger. „Wenn du schon wieder auf dumme Ideen kommst, dann nur, wenn du mich nicht komplett zerstörst.“
Leo nickte sofort. „Natürlich.“
„Und wenn ich Pause sage, dann Pause.“
„Auch natürlich.“
„Und meine Füße—“
Er grinste schon, bevor ich den Satz beendet hatte.
„—sind tabu“, sagte ich entschlossen.
„Aha.“
„Leo.“
„Ich habe gar nichts gesagt.“
„Dein Gesicht hat alles gesagt.“
Er lachte leise. „Dann solltest du vielleicht nichts extra erwähnen, was du geheim halten willst.“
Zu spät. Das wusste ich selbst.
Ich wollte gerade vom Sofa rutschen, aber er war schneller. Er fasste mich an der Taille und zog mich mit einer einzigen Bewegung wieder zurück auf die Polster. Ich quietschte auf und wand mich sofort halb aus Reflex, halb aus Vorahnung.
„Bleib hier“, murmelte er.
„Klingt verdächtig.“
„Ist es auch.“
Er griff nach dem weichen Schal, der über der Sofalehne hing, und hielt ihn hoch. „Arme nach vorne.“
„Leo!“
„Du hast doch eben Bedingungen gestellt. Ich halte mich daran.“
„Das hier gefällt mir trotzdem gar nicht.“
„Noch nicht.“
Ich hätte diskutieren können. Stattdessen hielt ich ihm die Hände hin, weil ich ihn gut genug kannte, um zu wissen, dass ich mir mit Widerstand bloß selbst schadete. Er band meine Handgelenke vor meinem Bauch zusammen, nicht schmerzhaft, aber fest genug, dass ich mich nicht mal eben befreien konnte. Danach nahm er die beiden Stoffgürtel von unseren Morgenmänteln, die an einem Haken neben der Tür hingen, und zog meine Knöchel damit an den Sofabeinen fest. Es war improvisiert, weich und sicher, aber sehr eindeutig.
Ich saß nun mitten auf dem Sofa, leicht nach hinten gelehnt, mit gefesselten Händen und fixierten Füßen, und kam mir auf einmal sehr viel hilfloser vor, als ich zugeben wollte.
Leo setzte sich wieder vor mich auf den niedrigen Teppich und sah zu mir hoch. „So. Besser.“
„Für wen?“
„Für mich ganz sicher.“
Ich stöhnte und ließ den Kopf gegen die Lehne sinken. „Ich werde es bereuen, dir je vertraut zu haben.“
„Unwahrscheinlich.“
Er hob die Hand und ließ die Finger nur knapp vor meinem Bauch schweben. Nicht einmal eine Berührung. Und trotzdem spannte sich schon alles in mir an.
„Hör auf damit“, sagte ich.
„Mit was?“
„Mit diesem Warten.“
„Das ist noch gar nichts.“
Genau darin lag das Problem. Leo wusste, dass Erwartung bei mir fast schlimmer war als der Kitzel selbst. Wenn ich seine Hand nur in der Nähe sah, lachte ich oft schon los, bevor er mich überhaupt berührte.
Dann legte er die Fingerspitzen an meinen Bauch.
Nur ganz leicht.
Ich fuhr sofort zusammen und presste die Lippen aufeinander. Es half exakt zwei Sekunden. Als seine Finger in kleinen, schnellen Bewegungen über meinen Bauch krabbelten, brach mein Lachen direkt aus mir heraus. Ich krümmte mich nach vorne, soweit die Haltung auf dem Sofa es erlaubte, und versuchte vergeblich, seine Hände mit meinen gefesselten Fingern wegzuschieben.
„Leo! Nein!“
„Doch“, sagte er gelassen und kitzelte weiter meinen Bauch, mal links, mal rechts, mal direkt über der Mitte. „Du reagierst ja schon großartig.“
„Weil du gemein bist!“
„Und du furchtbar empfindlich.“
Er wusste genau, wie er mich erwischen musste. Nicht zu fest, nicht hektisch. Eher leicht, schnell und dauernd wechselnd. Genau das machte mich fertig. Ich lachte, zog die Schultern hoch und versuchte, mein T-Shirt nach unten zu zerren, als würde der Stoff mich irgendwie retten.
Dann wanderte seine Hand tiefer.
„Oh nein“, stöhnte ich sofort, als seine Fingerspitzen meinen Bauchnabel umkreisten.
Leo grinste. „Oh doch.“
Schon die erste leichte Berührung direkt am Rand meines Bauchnabels ließ mich fast vom Sofa springen. Ich riss den Oberkörper nach hinten, kicherte schrill los und schüttelte den Kopf, obwohl das natürlich nichts brachte.
„Nicht da! Nicht da!“
„Da ganz besonders“, stellte er zufrieden fest.
Ich warf mich hin und her, soweit die Fesseln es zuließen, aber er blieb unbeirrbar. Mit einem Finger kreiste er um meinen Bauchnabel, mit zweien kitzelte er knapp daneben, und jedes Mal, wenn ich glaubte, er würde aufhören, stupste er genau die Stelle wieder an, die mich sofort in einen neuen Lachanfall schickte.
„Ich kann das nicht ab!“, japste ich.
„Merke ich.“
„Das ist schrecklich!“
„Das sieht anders aus.“
Ich schnaubte lachend und funkelte ihn an, so gut man jemanden eben anfunkeln konnte, während man halb zusammenbrach. Er gönnte mir ein paar Atemzüge, gerade lange genug, dass ich dachte, ich könnte mich wieder fangen.
Dann hob er langsam meine Arme ein Stück an.
Ich erstarrte. „Leo.“
„Ja?“
„Nein.“
„Das ist kein vollständiger Satz.“
„Meine Achseln sind schlimm.“
„Gut, dass du’s sagst.“
„Das war eine Bitte um Mitleid!“
„Abgelehnt.“
Er schob seine Hände unter meine Arme und begann mit federleichten Bewegungen an meinen Achseln zu kitzeln. Ich verlor augenblicklich jede Form von Kontrolle. Mein Lachen kippte direkt in dieses hilflose, hohe Keuchen, das ich nur dann von mir gab, wenn etwas wirklich schlimm war. Ich riss an den Fesseln, zog die Schultern hoch, wand mich seitlich auf dem Sofa und konnte trotzdem nicht verhindern, dass er genau die empfindlichsten Stellen traf.
„Leo! Bitte! Bitte nicht die Achseln!“
„Zu spät.“
„Nein! Wirklich! Das ist die Hölle!“
Er wechselte die Seiten, mal schnell, mal nur mit den Fingerspitzen flatternd, und jede Variante war furchtbar. Ich konnte mich nicht schützen, nicht wegdrehen, meine Arme nicht runterreißen. Alles, was ich tun konnte, war lachen, protestieren und zappeln.
Als er endlich kurz lockerer ließ, sackte ich keuchend zurück gegen die Lehne. Ich atmete so heftig, als wäre ich eine Treppe hochgerannt.
„Du bist fies“, murmelte ich.
„Und du machst es mir sehr leicht.“
„Das ist kein Kompliment.“
„Für mich schon.“
Er stand auf und ging zu der kleinen Holzkiste auf der Fensterbank, in der allerlei Kleinkram lag. Als er mit einem Pinsel zurückkam, machte mein Magen sofort einen kleinen Sprung.
„Nein“, sagte ich.
„Nur ein Pinsel.“
„Genau das ist das Problem.“
Er setzte sich wieder hin und ließ die weichen Borsten zuerst über meinen Bauch gleiten. Ich zuckte sofort, obwohl er kaum Druck ausübte. Das feine Streichen war viel schlimmer als seine Hände, weil ich nie wusste, wo die Borsten als Nächstes auftauchten. Sie glitten über meinen Bauch, kreisten um meinen Nabel und zogen sich dann seitlich nach unten.
Ich lachte wieder los, diesmal hektischer, weil die Leichtigkeit des Pinsels mich schon bei der kleinsten Berührung fertig machte. Meine Haut prickelte überall, als wäre sie plötzlich viel zu empfindlich für jede Luftbewegung.
„Das ist unfair“, japste ich.
„Warum?“
„Weil das schlimmer ist!“
„Interessant.“
„Nicht interessant, grausam!“
Der Pinsel wanderte weiter. Über meinen Bauch, an meine Seiten, dann für einen Sekundenbruchteil sogar über meinen Nacken, was mich sofort zusammenfahren ließ. Ich lachte, duckte mich reflexhaft und presste das Gesicht halb in meine Schulter.
„Nicht der Nacken auch noch!“
„Keine Sorge“, sagte er ruhig. „Ich habe noch etwas anderes vor.“
Ich wollte gar nicht wissen, was dieser Satz bedeutete. Wirklich nicht.
Und dann tat ich den Fehler, nach unten zu sehen.
Leo hatte die kleine Flasche Öl vom Regal genommen.
„Nein“, sagte ich sofort, viel zu laut.
Er schraubte sie auf. „Doch.“
„Leo, bitte. Meine Füße sind jetzt schon schlimm genug.“
„Ich weiß.“
„Du klingst viel zu zufrieden.“
„Weil ich weiß, was gleich passiert.“
Er löste zuerst meine rechte Socke, dann die linke. Schon die kühle Luft an meinen nackten Fußsohlen machte mich nervös. Ich krümmte die Zehen sofort ein und versuchte, beide Füße möglichst eng aneinanderzudrücken, obwohl sie festgebunden waren und ich kaum Spielraum hatte.
„Bitte nicht“, sagte ich noch einmal, diesmal wirklich ehrlich flehend.
Leo goss nur ein wenig Öl in seine Handfläche und rieb es warm. Dann strich er es langsam über meine rechte Sohle.
Ich kreischte fast schon, bevor er überhaupt kitzelte. Es war diese Mischung aus glatter Wärme und Vorahnung, die mich sofort halb wahnsinnig machte. Als seine Finger danach die eingeölte Haut leicht streiften, war es vorbei. Meine Reaktion war so heftig, dass mein ganzer Körper nach vorne ruckte. Ich lachte schrill, unkontrolliert, trat reflexhaft gegen die Fesseln und konnte nichts dagegen tun.
„Leo! Nein, bitte! Nicht meine Füße!“
„Du bist wirklich unglaublich empfindlich.“
„Ich weiß! Gerade deshalb!“
Er nahm sich Zeit. Zu viel Zeit. Seine Finger glitten jetzt leicht über die glänzende Sohle, krabbelten unter die Zehen, über den Ballen, in die Mitte und zurück zur Ferse. Das Öl machte alles schlimmer. Viel schlimmer. Jede Berührung rutschte zu schnell, zu weich, zu mühelos über Stellen, die ohnehin schon meine größte Schwachstelle waren.
Ich lachte Tränen. Wirklich. Mein Kopf fiel nach hinten, dann wieder nach vorne, meine gefesselten Hände ballten sich nutzlos, und ich konnte kaum noch klare Worte bilden.
„Bitte! Leo! Oh Gott, ich kann nicht mehr!“
„Noch ein bisschen“, murmelte er.
„Nein, gar kein bisschen mehr!“
Er wechselte zum anderen Fuß, und der war keinen Deut besser. Vielleicht sogar schlimmer, weil ich nun genau wusste, was mich erwartete. Schon der erste Strich seiner Finger über die zweite eingeölte Sohle ließ mich sofort wieder aufspringen, soweit das eben möglich war.
„Du bist ein Monster!“, keuchte ich zwischen Lachen und Schnappen nach Luft.
„Ein sehr aufmerksames Monster.“
„Schrecklich aufmerksam!“
Er lachte, ließ mir wieder eine winzige Pause und griff dann nach einer Zahnbürste aus dem Kulturbeutel auf dem kleinen Tisch. Es war eine einfache, trockene Reisezahnbürste. Nichts daran sah besonders gefährlich aus. Genau das machte es so unerquicklich.
„Nein“, sagte ich tonlos.
„Nur kurz.“
„Das glaubst du doch selbst nicht.“
Er strich mit der Zahnbürste einmal quer über meine rechte Fußsohle.
Ich war verloren.
Die feinen Borsten kratzelten auf eine Art, die mir fast den Verstand raubte. Zu leicht, zu präzise, zu fies. Ich schrie auf vor Lachen, riss an den Fußfesseln und versuchte verzweifelt, den Fuß wegzubekommen, aber natürlich hielt das nur umso weniger.
„Nein! Nein! Leo, bitte! Das ist am schlimmsten!“
„Hab ich mir gedacht.“
Er bearbeitete mit kleinen schnellen Bewegungen erst die Mitte meiner Sohle, dann den Bereich unter den Zehen. Ich wand mich so heftig, dass das Sofa leise knarrte. Jeder Zug der Bürste schoss wie ein elektrisches Kribbeln durch meinen ganzen Körper. Ich konnte nur noch lachen, japsen und meinen Kopf hin und her werfen.
„Ich halte das nicht aus!“
„Doch. Gerade noch so.“
„Nein, wirklich nicht!“
Dann nahm er den anderen Fuß dazu. Mal rechts die Zahnbürste, links die Finger. Dann umgekehrt. Dann wieder nur die Bürste, aber langsamer, sodass die Borsten genau über die schlimmsten Stellen schabten. Ich war so kitzelig an den Füßen, dass ich nach wenigen Sekunden schon völlig fertig war. Es gab keine Reserve, keinen Trotz, kein Durchhalten. Nur noch hilfloses Lachen und dieses Gefühl, dass jede Berührung mich sofort komplett aus der Bahn warf.
Als er schließlich von meinen Füßen abließ, dachte ich, ich dürfte endlich durchatmen. Stattdessen rückte er dichter zu mir und grinste auf diese ruhige, fast liebevolle Art, die mich sofort misstrauisch machte.
„Was jetzt?“, brachte ich mühsam hervor.
„Noch eine Stelle.“
„Nein.“
„Doch.“
Seine Hände legten sich an meine Hüften und wanderten dann tiefer, seitlich über meinen Po. Nicht grob, eher spielerisch, aber zielstrebig genug, dass ich sofort wieder zu lachen begann, noch bevor er richtig loslegte. Als seine Finger mich dort kitzelten, zuckte ich heftig zusammen und versuchte, mich wegzudrehen. Auf dem Sofa ging das natürlich kaum.
„Leo, nein! Auch noch das?“
„Du reagierst überall.“
„Aber da auch viel zu doll!“
„Stimmt.“
Er ließ seine Finger mal seitlich, mal mittig, mal nur kurz antippend, mal krabbelnd über die empfindlichen Stellen wandern. Die Mischung aus Erschöpfung und neuem Kitzel machte alles noch schlimmer. Ich war schon so durch, dass ich auf jede Bewegung sofort reagierte. Mein Lachen klang inzwischen heiser, meine Wangen brannten und ich zitterte nach jeder kleinen Pause weiter.
„Pause“, keuchte ich schließlich. „Echte Pause. Bitte.“
Sofort hörte er auf.
Sofort.
Genau das machte alles wieder weich. Er ließ die Hände sinken, sah mich an und strich mir nur eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Okay.“
Ich atmete ein paarmal tief durch und schloss kurz die Augen. Mein ganzer Körper kribbelte nach, besonders meine Füße, die sich noch immer viel zu empfindlich anfühlten, als hätten sie jedes einzelne Borstenhaar gespeichert.
Leo löste zuerst meine Knöchel, dann meine Hände. Als ich endlich frei war, zog ich sofort die Beine an mich und rieb mir das Gesicht. Ich war völlig erledigt. Warm, zerzaust, außer Atem und immer noch nervös lachend.
Er setzte sich neben mich aufs Sofa. „Alles gut?“
Ich drehte langsam den Kopf zu ihm. „Nein.“
Er grinste. „Lügnerin.“
Ich musste trotz allem lachen und legte den Kopf gegen seine Schulter. „Meine Füße fühlen sich an, als würden sie noch immer gekitzelt.“
„Das überrascht mich nicht.“
„Und du bist fies.“
„Auch das weißt du längst.“
Ich hob den Blick. „Nächstes Mal bist du dran.“
Leo lächelte nur, als wäre das überhaupt keine Drohung. „Vielleicht.“
Draußen rauschte der Wind durch die Bäume, drinnen knackte wieder das Holz im Ofen, und die Hütte war plötzlich genauso still wie am Anfang. Nur dass ich jetzt ganz genau wusste, wie wenig harmlos so ein ruhiger Abend im Wald mit ihm wirklich war.
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