Die Königin und das Bauermädchen im Rosengemach

✍️ BellaDonna
"Im stillen Schloss entdeckt eine Königin die kitzlige Schwäche eines mutigen Bauermädchens und macht daraus ein spielerisches Geheimnis."
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Der Abend senkte sich in warmen Goldtönen über das Schloss, und durch die hohen Bogenfenster des westlichen Flügels fiel das letzte Licht des Tages auf Teppiche, Truhen und dunkle Eichenmöbel. Im Rosengemach, einem der privaten Räume der Königin, duftete es nach Bienenwachs, frischen Rosenblättern und einem Hauch Lavendel, der aus einer kleinen Schale am Kamin aufstieg.

Mara stand unsicher auf dem weichen Teppich und wusste nicht recht, wohin mit den Händen. Sie war einundzwanzig, Tochter eines Bauern aus dem Dorf unterhalb des Hügels, und obwohl sie heute ein schlichtes, aber sauberes Kleid aus blauer Wolle trug, kam sie sich zwischen all dem Samt und Gold fehl am Platz vor. Ihr hellbraunes Haar hatte sie zu einem lockeren Zopf geflochten, doch einige Strähnen hatten sich gelöst und rahmten ihr Gesicht weich ein. Ihre Wangen waren von Natur aus rosig, und in ihren klaren Augen lag eine Mischung aus Mut und Nervosität.

Vor ihr stand Königin Eleonora, nicht auf dem Thron, nicht im Krönungsmantel, sondern in einem schlichten Kleid aus tiefgrünem Samt, das ihre Haltung noch eindrucksvoller wirken ließ. Ohne Krone sah sie beinahe jünger aus, doch an ihrer ruhigen Stimme und an der selbstverständlichen Art, wie sie jeden Raum beherrschte, ließ sich ihre Würde nicht übersehen.

„Du zitterst, Mara“, sagte sie mit einem feinen Lächeln.

„Nur ein wenig, Majestät.“

„Dann solltest du aufhören, mich Majestät zu nennen, solange wir allein sind.“

Mara hob den Blick. „Das wäre ungehörig.“

„Vielleicht“, erwiderte die Königin. „Aber ich habe es dir erlaubt.“

In Maras Mundwinkeln zuckte ein vorsichtiges Lächeln. Sie war am Nachmittag ins Schloss gerufen worden, weil sie am Morgen auf dem Markt etwas getan hatte, worüber nun im ganzen Dorf gesprochen wurde: Sie hatte der Königin offen widersprochen. Nicht unhöflich, nicht trotzig, aber ehrlich. Während die Hofleute geschwiegen hatten, hatte Mara schlicht gesagt, dass die diesjährige Ernte schwächer ausfiel, als die Schreiber in ihren Listen behaupteten.

Statt Strafe hatte die Königin Neugier gezeigt.

Nun standen sie einander gegenüber, getrennt nur durch einen kleinen Tisch mit einer silbernen Kanne und zwei Bechern. Draußen rauschte der Wind an den Fenstern. Drinnen war es still genug, dass Mara das Knistern des Feuers hören konnte.

„Komm näher“, sagte Eleonora.

Mara trat einen Schritt vor, dann noch einen. Jetzt sah sie die feinen Linien an den Händen der Königin, den Glanz in ihren dunklen Augen und das kaum merkliche Schmunzeln, das dort lauerte, als würde sie bereits mehr wissen als alle anderen im Schloss.

„Man sagt, du seist mutig“, sagte Eleonora.

„Nur ehrlich.“

„Das ist oft dasselbe.“

Die Königin hob eine Hand und strich Mara eine lose Haarsträhne hinter das Ohr. Die Geste war so unerwartet sanft, dass Mara den Atem anhielt. Die Fingerspitzen glitten dabei ganz leicht an ihrem Nacken entlang.

Mara zuckte sofort zusammen.

Eleonoras Augen wurden wach. „Aha.“

„Was?“

„Nichts“, sagte die Königin, doch ihr Tonfall verriet das Gegenteil.

Mara spürte, wie Wärme in ihr Gesicht stieg. „Das war nur überraschend.“

„War es das?“

Die Königin ließ die Hand sinken, aber ihr Blick blieb auf Maras Nacken ruhen, als hätte sie dort ein Geheimnis entdeckt. Dann wandte sie sich scheinbar gelassen zum Tisch, schenkte den Becher mit Kräuterwein ein und reichte einen davon Mara.

„Trink.“

Mara nahm den Becher. Ihre Finger streiften die der Königin. Wieder dieses Knistern, nur diesmal nicht aus dem Kamin.

Sie tranken. Der Wein war mild und süß. Die Anspannung im Raum wurde weicher, aber nicht geringer. Sie veränderte nur ihre Gestalt.

„Setz dich zu mir“, sagte Eleonora und ließ sich auf die gepolsterte Bank am Fenster nieder.

Mara zögerte kurz, gehorchte dann und setzte sich mit etwas Abstand neben sie. Draußen färbte sich der Himmel dunkler. Im Spiegel gegenüber sah sie sich selbst neben der Königin sitzen wie eine Gestalt aus einem Märchen, das eigentlich nicht für sie bestimmt war.

„Du hast starke Hände“, sagte Eleonora und nahm Maras rechte Hand in ihre. „Von der Arbeit.“

„Auf einem Hof bleiben die Hände nicht weich.“

„Das ist nichts Schlechtes.“

Ihr Daumen strich langsam über Maras Handfläche. Die Berührung war ruhig, fast prüfend. Mara schluckte.

„Und du fürchtest dich trotzdem nicht vor mir.“

„Ein wenig schon“, gab Mara ehrlich zu.

„Nur ein wenig?“

Mara sah sie von der Seite an. „Nicht genug, um zu lügen.“

Eleonora lachte leise. Es war kein lautes Hoflachen, sondern ein echtes, warmes Geräusch, das Mara mehr traf als jeder Befehl.

„Ich mag dich“, sagte die Königin plötzlich.

Der Satz hing einen Moment still zwischen ihnen. Mara wusste nicht, was sie darauf erwidern sollte. Also sagte sie die Wahrheit.

„Ich Euch auch.“

Diesmal verbesserte Eleonora sie nicht.

Stattdessen rückte sie ein wenig näher. „Darf ich etwas ausprobieren?“

Mara spürte sofort, dass sie hätte fragen sollen, was genau. Doch der Blick der Königin war offen, aufmerksam und spielerisch zugleich. Nichts daran wirkte hart oder fordernd. Also nickte Mara langsam.

Eleonoras Finger glitten wieder zu ihrem Nacken. Diesmal langsamer. Zuerst nur über die empfindliche Stelle direkt unterhalb des Haaransatzes, dann mit kleinen, federleichten Bewegungen seitlich entlang. Mara biss sich auf die Lippe, doch es half nichts. Ein ersticktes Kichern entrang sich ihr.

„Also doch“, murmelte die Königin.

„Bitte nicht so ansehen.“

„Wie denn?“

„Als hättet Ihr einen Schatz gefunden.“

„Vielleicht habe ich das.“

Mara wollte etwas Schlagfertiges sagen, doch in diesem Moment strichen die Fingerspitzen wieder an ihrem Nacken entlang, sanft, unaufdringlich, aber genau an der richtigen Stelle. Sie zog die Schultern hoch und lachte leise auf.

„Ihr seid gemein.“

„Nein“, sagte Eleonora mit einem kaum hörbaren Lächeln. „Nur neugierig.“

Sie ließ Mara einen Atemzug lang in Ruhe, dann ließ sie ihre Nägel hauchzart über den Nacken kreisen. Nicht kratzend, nur leicht genug, um Schauer über Maras Rücken zu jagen. Mara wand sich auf der Bank und musste nun offen lachen.

„Eleonora“, platzte es aus ihr heraus.

Die Königin hob eine Braue. „Jetzt sagst du meinen Namen.“

Mara hielt sich die Hand vor den Mund, aber es war zu spät.

„Dann will ich ihn noch einmal hören“, sagte Eleonora.

„Nur wenn Ihr aufhört.“

„Nein.“

Und wieder tanzten ihre Finger über Maras Nacken. Diesmal schneller. Mara lachte lauter, duckte sich weg, doch Eleonora folgte ihr mit erstaunlicher Geschicklichkeit. Schließlich legte die Königin die freie Hand sacht an Maras Taille, um sie daran zu hindern, ganz von der Bank zu rutschen.

„Bleib hier“, sagte sie leise.

Der Ton war weich, und genau deshalb blieb Mara.

Als das Kitzeln nachließ, atmete sie tief durch und strich sich über den Hals. „Das ist unfair. Ihr habt eine Schwäche gefunden.“

„Dann nenne mir deine Bedingungen.“

Mara rang um Fassung. „Dass Ihr nicht glaubt, ich würde mich so leicht besiegen lassen.“

„Besiegen?“ Eleonora lächelte. „Es ist ein Spiel, Mara.“

„Dann kann ich also auch gewinnen?“

„Wenn du es schaffst.“

Mara hob das Kinn. „Das werde ich.“

Die Königin stand auf. „Dann komm.“

Sie führte Mara nicht in einen offiziellen Saal, sondern hinter einen Wandteppich in eine kleinere Kammer, die nur durch zwei Kerzenleuchter und das Feuer in einem niedrigen Kamin erhellt wurde. Dort standen eine breite Ottomane, Kissen aus Brokat und eine geschnitzte Truhe. Auf der Truhe lag, als hätte der Raum darauf gewartet, eine einzelne weiße Feder.

Mara blieb in der Tür stehen. „Das sieht verdächtig aus.“

„Es sieht gemütlich aus“, erwiderte Eleonora.

„Und die Feder?“

„Die auch.“

Mara lachte nervös. „Ihr hattet einen Plan.“

„Nur einen halben. Der Rest hängt von dir ab.“

Sie setzte sich auf die Ottomane und deutete Mara, näherzukommen. Mara trat an sie heran. Als sie direkt vor ihr stand, legte Eleonora beide Hände an ihre Hüften und zog sie mit sanfter Bestimmtheit einen Schritt näher zwischen ihre Knie. Die Bewegung war langsam genug, dass Mara jederzeit hätte zurückweichen können. Sie tat es nicht.

„Noch immer einverstanden?“ fragte die Königin.

„Ja“, sagte Mara, und diesmal kam die Antwort ohne Zögern.

Eleonora nickte zufrieden. Dann ließ sie eine Hand langsam zu Maras Rücken wandern, tiefer, bis sie mit spielerischer Frechheit über die Rundung ihres Pos strich. Nicht grob, nicht fordernd. Nur ein neckendes Streifen über den Stoff des Kleides, gefolgt von einem leichten, kitzelnden Kniff an der weichsten Stelle.

Mara japste auf und sprang fast einen halben Schritt hoch. „Nein! Dort auch?“

„Dort ganz besonders“, sagte Eleonora.

„Das ist hinterhältig.“

„Und sehr wirksam.“

Ihre Finger kribbelten nun über den Stoff, mal an der Seite, mal direkt über der Rundung, mal mit kleinen kreisenden Bewegungen, die Mara sofort zum Lachen brachten. Sie presste die Lippen zusammen, schüttelte den Kopf und versuchte, stillzuhalten, aber jeder neue Angriff ließ sie zusammenzucken.

„Du hast einen sehr verräterischen Rücken“, sagte die Königin.

„Was soll das heißen?“

„Dass man sofort sieht, wann du kitzlig bist.“

Mara warf ihr einen Blick zu, halb empört, halb amüsiert. Dann packte sie beherzt die Schultern der Königin, als müsste sie sich irgendwo festhalten. Das half nur wenig, denn Eleonoras Finger arbeiteten sich weiter über ihre Seite und wieder zurück zum Po, wo ein paar rasche, federleichte Berührungen sie endgültig zum hellen Lachen brachten.

„Genug, genug“, keuchte Mara und lehnte die Stirn kurz gegen die der Königin.

„Noch nicht“, flüsterte Eleonora.

Sie griff nach der weißen Feder auf der Truhe.

Mara sah sie und stöhnte auf. „Das ist grausam.“

„Das ist zart.“

Die Königin fuhr mit der Feder zuerst nur über Maras Handgelenk, dann über ihren Unterarm, als wolle sie die Spannung steigern. Mara bekam schon davon eine Gänsehaut. Doch als die Feder unter ihren Haaren den Nacken berührte, war es vorbei. Sie zog quietschend die Schultern hoch, lachte und versuchte, der feinen Spitze auszuweichen.

Eleonora ließ ihr keine echte Fluchtmöglichkeit, aber genug Raum, damit es spielerisch blieb. Mal strich die Feder langsam am Nacken entlang, mal tippte sie nur kurz an dieselbe Stelle, mal wanderte sie seitlich unter das Ohr. Jedes Mal reagierte Mara, als wäre ihr Körper direkt mit der Feder verbunden.

„Du bist wundervoll anzusehen“, sagte die Königin leise.

Mara lachte atemlos. „Ihr sagt das nur, um mich abzulenken.“

„Nein. Das Kitzeln erledigt das schon.“

Schließlich sank Mara halb auf die Ottomane, halb gegen Eleonora, und die Königin ließ die Feder über ihren Rücken hinabgleiten, bis zu den Kniekehlen. Dann setzte sie sich bequemer und sah Mara mit diesem inzwischen vertrauten, gefährlich sanften Blick an.

„Jetzt die letzte Prüfung.“

„Nein“, sagte Mara sofort. „Nicht die Füße.“

„Doch.“

„Ihr könntet Gnade zeigen.“

„Ich bin Königin. Ich darf auch unbarmherzig sein.“

Trotz ihrer Worte hob sie Maras Fuß behutsam auf ihren Schoß und strich erst einmal nur mit dem Daumen über den Spann. Mara trug einfache, weiche Schuhe, die sie auf einen Wink der Königin abgestreift hatte. Nun kamen die Strümpfe an die Reihe. Eleonora rollte den Stoff langsam über Ferse und Zehen hinab, bis Maras nackter Fuß in ihrem Schoß lag.

Mara verzog schon bei der kühlen Luft das Gesicht. „Das ist ein schlechter Anfang.“

„Für dich vielleicht.“

Die Königin begann mit den Händen. Nur ein paar langsame Striche über die Sohle. Mara zuckte sofort. Dann ließen Eleonoras Fingerspitzen kleine Linien vom Ballen bis zur Ferse wandern, krabbelten zwischen die Zehen und wieder zurück. Mara warf sich lachend auf die Kissen und musste sich mit beiden Händen am Rand der Ottomane festhalten.

„Eleonora!“

„Ja?“

„Ihr wisst genau, was Ihr tut!“

„Natürlich.“

Am anderen Fuß war es nicht besser. Die Königin kannte nun Maras Reaktionen, kannte das Zucken ihrer Zehen, den Moment, in dem sie die Luft anhielt, den Augenblick vor dem ersten unkontrollierten Lachen. Sie spielte damit wie eine Musikerin mit einer vertrauten Melodie.

Als Mara schon ganz atemlos war, hob Eleonora erneut die Feder.

„Nein“, sagte Mara und lachte schon bei dem bloßen Anblick. „Nicht mit der Feder.“

„Doch mit der Feder.“

Sie strich damit erst über die Ferse, dann mitten über die Fußsohle, so leicht, dass Mara beinahe wahnsinnig wurde vor Kichern. Die Feder tänzelte unter ihren Zehen, glitt in die empfindlichen Zwischenräume und zog eine feine Spur über den Ballen. Mara lachte nun ohne jede Zurückhaltung, wand sich auf den Kissen und versuchte, die Füße wegzuziehen, doch Eleonora hielt sie sicher und sanft fest.

„Gibst du auf?“ fragte die Königin.

Mara keuchte, rang nach Luft und schüttelte den Kopf. „Niemals.“

Die Feder strich erneut unter ihre Zehen.

„Vielleicht ein wenig“, japste Mara.

Da legte Eleonora die Feder beiseite und ließ sofort ab. Die plötzliche Ruhe war fast ebenso intensiv wie das Kitzeln selbst. Mara lag keuchend da, die Haare zerzaust, die Wangen glühend, die Augen hell.

Die Königin strich ihr zärtlich über die Stirn. „Dann endet das Spiel hier.“

Mara sah zu ihr auf. „Und wer hat gewonnen?“

Eleonora lächelte langsam. „Ich denke, wir beide.“

Einen Moment sagte keine von beiden etwas. Das Feuer knackte leise. Draußen schlug irgendwo eine Glocke zur späten Stunde.

Dann beugte sich die Königin vor und küsste Mara sanft auf die Stirn, genau dort, wo eben noch eine widerspenstige Haarsträhne gelegen hatte. Mara schloss die Augen.

„Wirst du morgen wiederkommen?“ fragte Eleonora.

Mara öffnete sie wieder und lächelte müde, glücklich und ein wenig herausfordernd. „Nur wenn Ihr versprecht, nicht sofort nach meinen Füßen zu greifen.“

„Das verspreche ich nicht.“

„Dann komme ich trotzdem.“

Die Königin lachte, zog die Decke über Maras Beine und nahm ihre Hand in die eigene. So saßen sie noch lange im warmen Licht des Kamins, mit einem geteilten Geheimnis zwischen ihnen, das nach Rosen, Federkitzeln und einem unerwartet schönen Abend im Schloss schmeckte.

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