Drei gegen einen im WG-Zimmer

✍️ Hanno
"Ein lockerer Abend in der Studenten-WG kippt für einen jungen Mitbewohner in ein kicherndes Kräftemessen mit drei sehr entschlossenen Studentinnen."
Orte:
Gefesselt:Ja

In der Studenten-WG im dritten Stock war es schon spät, aber noch lange nicht ruhig. Aus der Küche zog der Duft von Tee und süßem Gebäck in den Flur, irgendwo summte leise Musik, und hinter den angelehnten Türen hörte man immer wieder Lachen. Es war einer dieser Abende, an denen niemand wirklich schlafen wollte. Zu viel Energie, zu viel Nähe, zu viel Gelegenheit, sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen.

Tom lag in seinem Zimmer auf dem Bett, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, und starrte an die Decke. Er war achtzehn, erst seit ein paar Monaten in der WG und noch immer nicht ganz daran gewöhnt, mit so viel Chaos um sich herum zu leben. Seine Mitbewohnerin Jana wohnte schon länger hier und hatte von Anfang an eine Art selbstverständliche Herrschaft über Küche, Bad und Stimmung übernommen. Sie war klug, direkt und gefährlich schlagfertig. Wenn sie grinste, bedeutete das selten etwas Gutes für denjenigen, den sie gerade ansah.

Heute hatte sie Besuch. Ihre beiden Freundinnen Mira und Selin waren am Abend vorbeigekommen, und seit Stunden hörte Tom ihre Stimmen aus dem Wohnzimmer. Die drei verstanden sich so gut, dass man manchmal das Gefühl bekam, sie müssten sich nur mit einem Blick absprechen. Und genau das war es, was Tom ein klein wenig nervös machte.

Denn beim gemeinsamen Abendessen war etwas passiert, das er nun bereute.

„Du zuckst ja schon zusammen, wenn man dich nur am Arm antippt“, hatte Mira lachend gesagt, nachdem Jana ihm aus Spaß in die Seite getippt hatte.

„Überhaupt nicht“, hatte Tom sofort erwidert.

„Doch“, hatte Selin ergänzt. „Du bist bestimmt extrem kitzlig.“

Tom hatte natürlich das Dümmste getan, was man in so einem Moment tun konnte: Er hatte sich breit grinsend zurückgelehnt und behauptet, bei ihm könne man es gerne versuchen.

Jetzt, eine Stunde später, lag er in seinem Zimmer und fragte sich, warum er seinen Mund nie einfach halten konnte.

Es klopfte nicht einmal. Die Tür ging einfach auf.

Jana trat zuerst ein, mit diesem viel zu ruhigen Gesichtsausdruck, der bei ihr meistens Vorbote irgendeiner Gemeinheit war. Hinter ihr kamen Mira und Selin. Mira hatte helles, lockiges Haar und funkelnde Augen, als fände sie die Welt hauptsächlich dann interessant, wenn jemand darin die Kontrolle verlor. Selin wirkte auf den ersten Blick sanfter, beinahe zurückhaltend, aber Tom hatte schon oft genug erlebt, dass gerade ihre leise Stimme besonders gefährlich wurde, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte.

Tom richtete sich halb auf. „Was wird das?“

Jana lehnte sich gegen den Türrahmen. „Wir wollten nur mal nachsehen, ob du deine große Behauptung noch aufrechterhältst.“

„Welche denn?“

Mira lachte. „Dass du gar nicht kitzlig bist.“

„Hab ich nicht gesagt, ich hab nur gesagt, dass ich nicht so leicht zu knacken bin.“

„Aha“, sagte Selin und schloss hinter sich die Tür.

Tom sah von einer zur anderen. Drei gegen einen. Schon die Rechnung gefiel ihm nicht.

„Das ist unfair“, sagte er.

„Du bist größer als wir“, meinte Jana trocken.

„Aber ihr seid zu dritt.“

„Stimmt“, sagte Mira fröhlich. „Praktisch, oder?“

Tom schnaubte und rutschte ein Stück höher gegen das Kopfteil. „Sehr witzig.“

Jana trat näher ans Bett. „Noch kannst du nein sagen.“

Der Satz veränderte den Ton im Raum sofort. Das Grinsen blieb, aber darunter lag nun etwas Klares und Aufmerksames. Tom musterte sie kurz, dann Mira und Selin. Alle drei warteten wirklich auf seine Reaktion.

Er spürte, wie sein Herz schneller schlug. Nicht aus Angst. Eher aus dieser nervösen Spannung, die entsteht, wenn man genau weiß, dass man sich auf etwas einlässt, bei dem man am Ende wahrscheinlich hoffnungslos verlieren wird.

„Na schön“, sagte er. „Aber wenn ich stop sage, ist Schluss.“

„Sofort“, sagte Jana.

„Und nicht zu fest binden.“

„Locker und nur fürs Spiel“, ergänzte Selin.

Tom nickte. „Okay.“

Das war offenbar alles, was die drei hören wollten.

Mira setzte sich sofort ans Fußende des Bettes. „Dann hätten wir das geklärt.“

„Ihr seid erschreckend vorbereitet“, murmelte Tom.

Jana zog grinsend zwei weiche Tücher aus seiner Schreibtischschublade. „Das nennt man Organisation. Du solltest dich freuen, dass wir nicht erst improvisieren müssen.“

„Ich freue mich überhaupt nicht.“

„Noch nicht“, sagte Selin.

Sie banden seine Handgelenke jeweils mit weichen Stoffbändern an die Bettstreben, sicher genug, dass er die Arme nicht einfach frei bekam, aber bequem genug, dass nichts drückte. Tom testete die Fesseln kurz. Sie hielten. Genau das hatte er befürchtet.

„Super“, sagte er trocken. „Wunderbar. Ganz toll.“

Jana setzte sich neben seine Hüfte. Mira blieb am Fußende. Selin stand an seiner linken Seite und musterte ihn mit einem kleinen Lächeln, das viel zu ruhig wirkte.

„Du siehst jetzt schon nervös aus“, sagte Mira.

„Bin ich nicht.“

Jana hob nur eine Augenbraue und ließ ihre Fingerspitzen leicht über seine Seite streifen.

Tom zuckte augenblicklich.

Alle drei sahen ihn an.

„Das zählt nicht“, sagte er sofort.

„Doch“, sagte Jana.

Und dann ging es los.

Zuerst waren es nur Hände. Mehr brauchten sie offenbar gar nicht. Jana nahm sich seine Seiten vor, mit kleinen schnellen Bewegungen direkt über dem T-Shirt, während Selin ihre Finger leicht über seinen Bauch tanzen ließ. Nicht dauerhaft, nicht gnadenlos. Sie wechselten sich ab, ließen ihm gerade genug Ruhe, um wieder Luft zu holen, bevor die nächsten Berührungen kamen.

Tom lachte sofort los. Nicht laut, noch nicht, aber unüberhörbar. Er versuchte, die Muskeln anzuspannen und sich zusammenzurollen, was wegen der Fesseln nur begrenzt funktionierte.

„Ihr seid schrecklich“, keuchte er.

„Und du bist empfindlicher, als du zugeben wolltest“, sagte Jana.

Ihre Finger kribbelten direkt an der Flanke entlang. Selin ließ währenddessen zwei Finger in kleinen Kreisen über seinen Bauch wandern, knapp oberhalb des Nabels. Tom riss den Kopf zurück und lachte nun deutlich lauter.

„Nicht beide gleichzeitig!“

„Warum nicht?“ fragte Mira vom Fußende aus.

„Weil das unfair ist!“

„Das Wort wird heute noch oft fallen“, meinte Jana zufrieden.

Sie zog ihm das Shirt ein Stück höher, nicht hektisch, eher langsam, als wolle sie seine Nervosität auskosten. Jetzt lag sein Bauch frei. Selin musterte die angespannte Muskulatur und lächelte.

„Du spannst dich schon an, bevor ich dich überhaupt berühre.“

„Vielleicht, weil ich euch kenne.“

„Zu Recht“, sagte sie leise.

Dann legte sie einen Finger an den Rand seines Bauchnabels.

Tom zuckte, noch ehe sie richtig anfing. Als ihre Fingerspitze langsam um den Nabel kreiste, brach das nächste helle Lachen aus ihm heraus. Jana nutzte denselben Moment und kribbelte an beiden Seiten seiner Taille entlang. Er wand sich auf dem Bett, zog an den Fesseln und versuchte vergeblich, den Bauch einzuziehen.

„Nein, nein, nicht am Nabel—“

Natürlich machte Selin genau dort weiter. Mit sanften, präzisen Bewegungen reizte sie die empfindliche Stelle immer wieder, mal knapp darum herum, mal direkt darüber. Tom lachte jetzt unkontrolliert, und jedes Mal, wenn er glaubte, sie würde ablassen, krabbelten Janas Finger an seinen Seiten wieder los.

Mira beobachtete das Ganze mit sichtlichem Vergnügen. „Er ist jetzt schon fertig.“

„Noch lange nicht“, sagte Jana.

Tom hob den Kopf. „Bitte sag mir, dass du mich nur erschrecken willst.“

Mira grinste. „Nein.“

Sie nahm seine Fußgelenke in beide Hände und strich mit den Daumen langsam über die Socken. Schon das ließ Toms Beine unruhig zucken.

„Oh“, sagte Mira. „Die Füße interessieren uns also.“

„Die interessieren euch überhaupt nicht“, sagte Tom viel zu schnell.

Jana lachte. „Damit wäre auch das geklärt.“

Bevor Mira weitermachte, rückte Selin tiefer an das Bett und ließ ihre Hände an Toms Achseln wandern. Sie berührte ihn dort nur ganz leicht, eher andeutend, doch die Wirkung war sofort heftig. Tom fuhr fast hoch, lachte laut auf und versuchte instinktiv, die Arme an den Körper zu pressen.

Was natürlich nicht ging.

„Nein! Selin, nein, da nicht!“

„Da ganz besonders“, sagte sie erstaunlich gelassen.

Jetzt arbeiteten ihre Finger in kurzen, schnellen Bewegungen unter seinen Achseln, mal rechts, mal links, mal beide Seiten nacheinander. Jana hielt derweil die Seiten lebendig, wechselte von der Taille zum Bauch und wieder zurück. Tom war komplett beschäftigt, sich unter zwei Angriffen gleichzeitig halbwegs zusammenzuhalten. Das gelang ihm ungefähr gar nicht.

Sein Lachen wurde lauter, brüchiger, atemloser.

„Jana! Selin! Bitte!“

„Du klingst, als wärst du doch kitzlig“, murmelte Jana.

„Nur ein bisschen!“

„Lügner“, sagte Mira fröhlich.

Und dann zog sie ihm ganz langsam die Socken aus.

Schon die kühle Luft auf seinen nackten Sohlen genügte, um ihn unruhig werden zu lassen. Tom hob den Kopf und sah, wie Mira seine Füße betrachtete, als hätte sie gerade ein besonders wertvolles Geheimnis entdeckt.

„Oh, die sind ja jetzt schon angespannt“, sagte sie.

„Mira.“

„Hm?“

„Sei nett.“

„Nein.“

Ihre Fingernägel strichen federleicht über seine linke Sohle.

Tom explodierte förmlich. Sein ganzer Körper ruckte, ein lauter Lachstoß schoss aus ihm heraus, und seine Beine zuckten so heftig, dass Mira sie nur mit Mühe an Ort und Stelle halten konnte.

Jana und Selin sahen sich grinsend an.

„Also vor allem die Füße“, sagte Jana.

„Super kitzlig“, ergänzte Mira.

„Ihr seid furchtbar“, japste Tom.

„Wir wissen“, sagte Selin.

Nun begann Mira mit beiden Händen. Finger krabbelten über Ballen, Fußbogen und Ferse, strichen unter die Zehen und wieder zurück. Tom war verloren. Selbst als Jana und Selin kurz innehielten, um die Show zu genießen, lachte er noch hemmungslos, weil Mira ganz allein bereits genug war, um ihn aus der Fassung zu bringen.

„Bitte, bitte nicht die Zehen— ah!“

„Was denn? Genau die?“ fragte Mira unschuldig und fuhr natürlich prompt darunter entlang.

Tom stieß einen Laut aus, der halb Lachen, halb Verzweiflung war, und warf den Kopf ins Kissen.

Jana beugte sich über ihn. „Und du wolltest uns erzählen, du seist nicht leicht zu knacken.“

„Füße zählen nicht!“

„Gerade die zählen“, sagte Selin.

Sie ließ ihre Hand langsam an der Innenseite seines Oberschenkels entlanggleiten. Nicht hoch, nur weit genug, dass Tom sofort wieder zusammenzuckte und erschrocken auflachte.

„Oh nein“, murmelte er.

„Oh doch“, sagte Selin.

Mit federnden Fingern reizte sie nun die Innenseite seiner Oberschenkel, während Jana sich wieder dem Bauch widmete. Tom bekam nun von drei Seiten zugleich sein Fett weg: die Seiten und der Bauch, die empfindlichen Innenseiten der Oberschenkel und vor allem Miras Hände an seinen Fußsohlen.

Das war zu viel.

Er lachte hemmungslos, rang nach Luft, zog an den Fesseln und wand sich so heftig auf dem Bett, dass die Matratze unter ihm vibrierte. Gerade die Kombination war fatal. Immer wenn sein Fokus sich auf die Füße verlegte, traf Selin eine empfindliche Stelle am Oberschenkel. Immer wenn er dort zusammenzuckte, krabbelten Janas Finger über den Nabel oder an den Seiten entlang.

„Ihr seid komplett wahnsinnig!“ keuchte Tom.

„Aber sehr effektiv“, sagte Jana.

Nach einer kleinen Pause, in der Tom nur keuchend dalag und versuchte, seine Beine wieder still zu bekommen, stand Selin auf und griff nach etwas auf dem Schreibtisch.

Eine kleine Flasche Öl.

Tom sah sie und stöhnte auf. „Natürlich. Warum natürlich?“

„Weil du uns zu viele Ideen gibst“, sagte Selin.

Sie setzte sich wieder ans Bett, gab ein wenig Öl auf ihre Hände und rieb es warm. Dann nahm sie Toms rechte Hand, die zwar gefesselt, aber erreichbar war, und drehte sie mit der Handfläche nach oben.

„Nur die Hand?“ fragte Jana mit einem fast zu unschuldigen Blick.

„Erst mal“, sagte Selin.

Tom hob den Kopf. „Ich hasse dieses Wort.“

Selin strich den ersten Ölfilm langsam über seine Handfläche. Schon das ließ ihn grinsen und die Finger zusammenziehen. Als sie dann mit zwei Fingerspitzen ganz leicht durch das Öl über die empfindliche Mitte seiner Hand fuhr, kicherte er sofort auf.

„Nein“, sagte er zwischen zwei Atemzügen. „Das ist schlimmer als es sein dürfte.“

„Aber sehr hübsch“, sagte Selin.

Sie zog langsame Linien vom Handgelenk bis zu den Fingern, kreiste in der Mitte der Handfläche und strich dann zwischen seinen Fingern entlang. Das Öl machte jede Berührung glatter, direkter, intensiver. Tom wand sich, obwohl diesmal nur seine Hand bearbeitet wurde, und lachte nervös, weil er genau ahnte, dass die anderen beiden nicht ewig untätig bleiben würden.

Er ahnte richtig.

Jana nahm den Faden sofort wieder auf und bearbeitete seinen Bauch, diesmal besonders den Bereich um den Bauchnabel. Mira strich währenddessen nur neckend mit den Nägeln über eine seiner Sohlen, gerade so viel, dass Tom nie wusste, wann der nächste richtige Angriff kam.

„Ihr seid so gemein im Team“, stöhnte er.

„Danke“, sagte Jana.

Dann griff Mira nach dem letzten Hilfsmittel.

Es war eine elektrische Zahnbürste, offenbar aus dem Bad geholt. Schon das leise Summen, als sie sie einschaltete, ließ Tom erstarren. Er hob den Kopf so schnell, dass Jana lachen musste.

„Nein“, sagte er.

„Doch“, sagte Mira.

„Nicht an den Füßen.“

Sie grinste bloß.

Zuerst setzte sie die vibrierende Bürste nur an den Ballen seines linken Fußes. Für einen Sekundenbruchteil passierte gar nichts, als hätte sein Körper den Reiz noch nicht verarbeitet. Dann schoss das Lachen mit voller Wucht aus ihm heraus. Er riss am Bettzeug, bog sich durch und versuchte, den Fuß aus Miras Griff zu reißen. Keine Chance.

Das leise Summen in Kombination mit der empfindlichen Sohle war verheerend.

„Mira! Bitte! Bitte nicht— ah!“

Die elektrische Zahnbürste wanderte langsam über den Fußbogen bis zur Mitte der Sohle. Mira nahm sich Zeit, hielt kurz inne, setzte neu an, ließ die vibrierenden Borsten dann unter die Zehen gleiten. Tom war völlig verloren. Er lachte so laut, dass Jana und Selin beide unwillkürlich mitlachen mussten.

„Das ist seine absolute Schwachstelle“, stellte Jana fest.

„Definitiv“, sagte Selin.

„Ich hasse euch alle“, keuchte Tom.

„Nein“, sagte Mira. „Gerade ziemlich sicher nicht.“

Und sie machte am anderen Fuß weiter.

Jetzt war an geordnete Gegenwehr nicht mehr zu denken. Jana kitzelte mit geübten Fingern seine Seiten und den Bauch, immer wieder direkt um den Nabel herum. Selin reizte abwechselnd seine eingeölte Handfläche und die Innenseite der Oberschenkel. Mira setzte die elektrische Zahnbürste mit quälender Präzision an seinen Fußsohlen ein und wechselte zwischendurch zu den Fingern, nur um ihn nie zur Gewöhnung kommen zu lassen.

Tom lachte Tränen. Wirklich Tränen. Sein ganzes Gesicht glühte, seine Haare klebten ihm an der Stirn, und selbst wenn eine der drei kurz aufhörte, machten die anderen weiter. Hände an den Seiten. Finger im Nabelbereich. Öl in der Handfläche. Ein neckendes Kribbeln an den Oberschenkeln. Und über allem diese gnadenlose Erkenntnis, dass seine Füße ihn jedes Mal sofort verrieten.

„Stop“, japste er schließlich, noch lachend, aber deutlich genug.

Sofort war Ruhe.

Mira schaltete die Zahnbürste aus. Jana nahm die Hände von seinem Bauch. Selin ließ seine Hand los.

Für einen Moment hörte man nur Toms keuchenden Atem und das ferne Klappern von Geschirr aus der Küche. Dann strich Jana ihm beruhigend eine Haarsträhne aus der Stirn.

„Alles gut?“

Tom nickte mehrmals, noch ganz außer Atem. „Ja. Ja, alles gut. Ich… brauche nur kurz mein Leben zurück.“

Mira lachte leise. „Das liegt irgendwo zwischen Bettdecke und Würde.“

„Meine Würde ist tot“, murmelte Tom.

„Stimmt“, sagte Selin sanft.

Sie lösten die Stoffbänder an seinen Handgelenken und rieben kurz über die Haut, wo der Stoff gelegen hatte. Jana zog ihm die Decke halb über die Beine. Mira setzte sich neben seine Füße, diesmal nur, um beruhigend über seinen Knöchel zu streichen. Selin reichte ihm ein Glas Wasser vom Schreibtisch.

Tom setzte sich langsam auf, trank und sah die drei der Reihe nach an. Sie wirkten zufrieden. Erschreckend zufrieden.

„Also“, sagte Jana schließlich. „Fassen wir zusammen: Achseln schlimm, Bauch sehr schlimm, Nabel katastrophal, Innenseiten brauchbar, Hand überraschend gut…“

„Und die Füße sind ein Totalausfall“, beendete Mira den Satz.

Tom zog eine Grimasse. „Musste das protokolliert werden?“

„Unbedingt“, sagte Selin.

Er schüttelte den Kopf und musste dann trotz allem grinsen. „Ihr seid unmöglich.“

„Aber du hast freiwillig mitgemacht“, sagte Jana.

„Ja“, gab Tom zu. „Dummerweise.“

Mira legte den Kopf schief. „Bereust du’s?“

Tom dachte einen Moment nach. Sein Körper kribbelte noch immer nach, besonders die Füße, die sich anfühlten, als hätten sie ein eigenes nervöses Gedächtnis entwickelt. Und trotzdem lag über allem dieses warme, vertraute Gefühl, das nur in einer WG entstehen konnte, wenn alle wussten, dass es ein Spiel gewesen war und niemand übersehen wurde.

„Nein“, sagte er schließlich. „Aber beim nächsten Mal verstecke ich die Zahnbürste.“

„Dann nehmen wir zwei“, sagte Mira sofort.

Tom stöhnte auf.

Die drei lachten, und einen Augenblick später saßen sie alle vier auf seinem Bett, zwischen zerwühlter Decke, einem umgekippten Kissen und dem Nachhall von viel zu viel Lachen. Draußen war die WG immer noch dieselbe chaotische Wohnung wie zuvor. Doch in Toms Zimmer hing nun zusätzlich das Wissen, dass drei Studentinnen gemeinsam eine ziemlich unschlagbare Einheit bildeten – vor allem dann, wenn einer von ihnen dumm genug gewesen war, seine superkitzligen Füße zu unterschätzen.

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